Nie wieder Oeste

Erfahrungsbericht


Die Ausgangssituation:

Ich hatte sehr lange (etwa bis zur Mitte des Rückens) und wirklich dicke Locken. Eine Haarmähne, bei der es schon schwierig ist, überhaupt etwas falsch zu machen.

Es gäbe, so habe ich später von einem Profi-Friseur erfahren, nur drei Totsünden, die bei lockigen Haaren nicht angewendet werden dürfen, solange die Locken erhalten bleiben sollen. Darunter fallen

1. nicht zu extrem durchstufen und die erste Stufe frühenstens auf Höhe des Kinns

2. auf gar keinen Fall ausdünnen

3. nicht mit Wasserstoffperoxid bearbeiten

all dies wurde im Haarstudio Oeste allerdings mit meinen Haaren gemacht.

 

Der Auftrag:

Länge: Lange und demzufolge schwere Locken hängen sich sehr schnell aus und da ich auch seit über einem Jahr nicht beim Friseur war, entschied ich mich für einen Haarschnitt, damit meine Locken wieder mehr zur Geltung kommen. Da sie sehr sehr lang waren, konnten 10cm der Länge abgeschnitten werden, damit auch die doch stumpfen und ausgetrockneten Enden komplett wegfallen. Meine Haare wären demnach bis knapp unter die Schulterblätter gegangen.

Dass ich einen Zopf machen kann, war absolute Pflicht.

Farbe: Meine Haare sind asch-blond und ich wollte sie mit zwei verschieden farbigen helleren, warm-blonden Strähnen aufpeppen.

 

Das Ergebnis:

Länge: Meine Haare sind ca. 20-25cm kürzer. Einen Zopf kann ich nicht mehr machen.

Etwa die Hälfte meiner Haardicke wurde ausgedünnt.

Meine Haare wurden komplett durchgestuft, wobei die erste Stufe gerade mal bis zur Nase reicht..

Farbe: Zunächst wusste die Friseurin nicht, was "warme Farben" sind und behauptete, man könne die Haare nur heller bekommen, indem man sie ausbleicht. Da ich sehr selten zum Friseur gehe, war ich mir nicht 100%ig sicher, ob meine Info diesbezüglich korrekt war, dennoch war ich der Meinung, dass man meine Haare auch 1-2 Nuancen heller bekäme, wenn man sie färbt. Dies gehe nicht, wurde mir von ihr versichert (was jedoch eine falsche Information war) und es sei egal, ob man Haare färbe oder ausbleibe, beides wäre etwa gleich schädlich. Da sie die Expertin ist, widersprach ich nicht und überließ ihr mein Haar. Ergebnis: wassestoffblonde (demzufolge nicht warme) Strähnen und hellrote, kastanien-blonde Strähnen. Meine Haarstruktur ist total geschädigt und die stark gebleichten Haare brechen und lassen sich nicht frisieren.

 

Schnitt/Frisur: Es ist keine Frisur möglich. Ich kann sie mir weder lockig stylen, da sie aufgrund der viel zu kurz angesetzen Stufe kraus und nicht formbar sind. Glatt kann ich sie nicht machen, da sie aufgrund der Färbebehandlung so strapaziert sind, sodass die auseffilierten, demzufolge irgendwo abgeschnittenen Haare herausstechen und es explodiert aussieht. Ein Zopf ist nicht möglich, da die Haare hierfür ebenfalls zu kurz sind.

 

Die Begutachtung:

Ein Friseurmeister mit über 30-jähriger Berufserfahrung untermauerte meinen Eindruck, dass ein solcher Schnitt und eine derartige Färbeprozedur bei meiner Haarstruktur unmöglich ist und bis auf weiteres auch nicht mehr zu retten.

 

Die Reklamation:

Noch am selben Tag wurde Herr Oeste über meine Unzufriedenheit informiert und zwei Tage später ging ich persönlich in den Laden und wurde von meinem Lebensgefährten begleitet.

Die Friseurin, die die Haare geschnitten hatte, war trotz unserer telefonischen Anmeldung nicht anwesend. Stattdessen war ihr Bruder, der zugleich Chef des Ladens ist, anwesend. Wir haben ihm die Situation sachlich geschildert und sowohl eine Stellungnahme als auch Lösungsvorschläge erbeten, da es mich bereits große Überwindung gekostet hat, derart zugerichtet die Straße zu betreten.

Der Friseurmeister begutachtete die Frisur und bügelte alle Beanstandungen ab. Die Frisur sei ein perfekter Stufenschnitt (Totsünde! vgl. oben), er könne eine Seite aber noch angleichen (?!?!?). Er wiederholte immer wieder: "Die Haare müssten sich eigentlich locken" und warf mir vor, ich habe sie nicht richtig behandelt.

Auf den viel zu kurz geratenen Schnitt angesprochen, wies er jegliche Verantwortung von sich und seinem Haarstudio, schließlich sei ich ja dabei gewesen und hätte seine Schwester nach den ersten Schnitten aufhalten können. Außerdem seien 25cm nicht viel mehr als 10cm. Das sei völliger Unsinn.

Etwa zu diesem Zeitpunkt begann die Seniorcheffin, die gerade einer Kundin die Haare schnitt, lautstark über mich zu lästern und Beleidigungen herüber zu rufen: "Die hat doch ausgesehen wie ein Mopp, als die hier ankam". "Stolz wie Oscar" sei ich aus dem Laden gelaufen, und "durch die Fußgängerzone stolziert", ihre Tochter habe es schließlich gesehen, denn sie habe mich nach dem Verlassen des Landens verfolgt und beobachtet.

 

Fazit:

Herr Oeste hat bestätigt, dass die Friseur grauenvoll ist, indem er sagte: "Als Sie hier ankamen, sah es furchtbar aus. Haben Sie den Kopp aus´m Fenster gehalten, bei der Fahrt hierher?" (Es waren ca. 200m Fußweg durch die Fußgängerzone und fast windstill).

Er bestätigte weiterhin, dass meine Haarstruktur stark beschädigt ist, dass die Haare zu kurz sind und warf es mir vor. Schließlich müsse ich wissen, wie die Haare fallen und ich sei ja auch dabei gewesen. Dieses (einzige) Argument hat er ca. 20 mal wiederholt.

Es sei also alles meine Schuld, offenbar könne ich mit meinen Haaren nicht umgehen und ich müsse da nur ordentlich was rein machen, wie Gel, Wachs, Haarspray, Mousse und dann würd das schon klappen.

 

Eine Entschuldigung kam nicht, von den 100€ hab ich keinen Cent gesehen oder zurückbekommen, stattdessen wurde ich beleidigt. Fazit: Oeste??? NIE WIEDER!

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